Kunst, Technologie, Gesellschaft

Ars Electronica oder Die Vermessung der neuen Welt

Als "Museum der Zukunft" und "Schule der Zukunft" zeigt das Ars Electronica Center in Linz, Österreich, wie neue Technologien wie Robotik und künstliche Intelligenz unser Leben verändern.
© ARS ELECTRONICA/CC BY-NC-ND 2.0

Die digitale Revolution hat alles auf den Kopf gestellt. Sie hat neue Technologien hervorgebracht und neue Geschäftsmodelle etabliert. Airbnb vermittelt mehr Übernachtungsmöglichkeiten als die fünf größten Hotelketten der Welt zusammen; es betreibt aber kein einziges Hotel. Uber ist das weltgrößte Fahrdienstunternehmen, besitzt aber kein einziges Taxi. Alphabet nimmt bis zu zehnmal mehr Geld für Werbung ein als das größte traditionelle Medienunternehmen der Welt, ohne selbst Inhalte zu produzieren oder sich gar für Inhalte verantwortlich zu fühlen. Aber ist das alles? Reicht es uns, dass ein paar Konzerne unermesslich reich geworden sind?

Gemeinsam mit Tausenden von Künstlern, Wissenschaftlern, Technologen, Entwicklern, Aktivisten und Unternehmern aus der ganzen Welt setzt sich Ars Electronica für eine "menschenzentrierte Technologie" und einen "digitalen Humanismus" ein. Dieses globale Netzwerk aus Universitäten, Labors, lokalen Behörden, Regierungen, der EU-Kommission, Unternehmen und NGOs setzt alles daran, technologische Innovation zu einem Katalysator für soziale Innovation zu machen.

Mirage - Eine interaktive Erfahrung, Ars Electronica Festival 2020.
© ARS ELECTRONICA/TOM MESIC/CC BY-NC-ND 2.0

Doch wie soll dies erreicht werden? Indem man zwischen den Stühlen agiert und aus individuellen Anliegen ein gemeinsames Anliegen formt. Seit 1979 ist Ars Electronica Bühne, Forum, Labor, Atelier, Werkstatt und Schule in einem und schlägt immer wieder Brücken zwischen Disziplinen, Branchen und "Welten", die sonst getrennt bleiben. Diese unermüdliche Suche und das Schmieden neuer Allianzen wird von der Überzeugung angetrieben, dass Technologie eine kulturelle Errungenschaft ist und dass Kultur daher die technologische Entwicklung prägt. Daraus wiederum folgt, dass eine Plattform wie Ars Electronica immer in und mit einer breiten Öffentlichkeit und nicht in irgendwelchen Elfenbeintürmen agieren muss.

Jeder kann sich selbst ein Bild machen: Im Ars Electronica Center in Linz können Jung und Alt, ExpertInnen und Laien erkunden, wie Technologien wie künstliche Intelligenz unser Leben verändern und wie wir sie beeinflussen können.

Das jährlich stattfindende Festival Ars Electronica, das als Europas wichtigste und größte Veranstaltung für Visionen zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft gilt, bringt diejenigen, die die Zukunft gestalten, mit denen ins Gespräch, die in dieser Zukunft leben und arbeiten werden. Immer mit dabei sind auch Künstler, deren herausragende Arbeiten beim Prix Ars Electronica, dem weltweit traditionsreichsten Wettbewerb für Cyberarts, ausgezeichnet wurden, sowie Forscher des Ars Electronica Futurelab, dem Think Tank und Innovationsmotor von Ars Electronica, die ihre prototypischen Zukunftsszenarien zur Diskussion stellen. Ein Hotspot dieser Messe für Zukunftsideen ist nicht zuletzt der Ars Electronica Campus, der jedes Jahr zum Schaufenster des Erreichten und zum Diskussionsforum für mehr als 50 Universitäten aus der ganzen Welt wird.

Die Zukunft wird überall gestaltet. Seit 2004 ist Ars Electronica daher nicht nur in Linz aktiv, sondern gestaltet Ausstellungen, Open Labs, Workshops und Konferenzen für und gemeinsam mit Museen, Universitäten und Unternehmen in aller Welt. Ein zentraler und ganzjähriger Schauplatz für diese internationalen Aktivitäten ist Japan, das Technologieland Nummer eins.

"Nicht die kleinste Technologie auf unserem Planeten ist vom Himmel gefallen, sondern wurde hier von uns Menschen erdacht, konstruiert und umgesetzt", sagt Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter von Ars Electronica. "Gerade deshalb liegt es allein an uns, zu entscheiden, was wir mit unseren immer neuen Technologien machen wollen. Und um diese Frage immer wieder neu beantworten zu können, forcieren wir bei Ars Electronica eine künstlerische Forschung, die uns Menschen, unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche und unsere Gefühle in den Mittelpunkt stellt und den Dialog mit einem möglichst breiten Publikum sucht."

Weitere Informationen:
Ars Electronica: https://ars.electronica.art/news/en

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